Katrin Schlote-Korthals empfiehlt:
Julja Linhof, Krummes Holz. Jirka, der einige Jahre auf einem Internat verbracht hat, kommt auf den Hof seiner Eltern zurück. Es ist ein heißer Sommer, und er wird von einer Wand des Schweigens empfangen. Seine Schwester ist wütend, seine Großmutter dement und der Vater verschwunden. Selbst sein Verhältnis zu Leander, dem Sohn des Gutsverwalters, mit dem er eng befreundet war, ist merkwürdig. Was wirklich passiert ist, erfährt man nur in Andeutungen, das Gestern und Heute ist in den Schilderungen der Autorin eng miteinander verwoben. Die Sprache ist atmosphärisch, dicht und die Beschreibungen des heruntergekommenen Hofs, der vertrockneten Landschaft und den Personen, denen die Worte fehlen, entwickeln einen richtigen Sog. Am Ende bleibt trotz aller Unversöhnlichkeiten die Hoffnung, dass die Figuren wieder zueinander finden.