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Buchtipps

"Der Dieb“ ist ein außergewöhnlich faszinierender Roman in knapper Sprache, der mich gleich überzeugt hat. Präzise und fast genußvoll beschreibt der japanische Autor die Raubzüge des Taschendiebes Nishimura, der in Tokio ein ruhiges Leben führt und sich seinen Lebensunterhalt mit Diebstählen an vermögenden Männern verdient.

5 alte Männer, Freunde seit ihrer Jugend, mit ihren unterschiedlichen Schrullen beschrieben – eine Villa am See, eine junge, hübsche, kirgisische Pflegekraft mit ganz eigenen Vorstellungen und ein Computerprogramm namens „Todesengel“. Christoph Poschenrieder schreibt über eine Möglichkeit, mit Alter und Tod umzugehen: unsentimental, realistisch, mit schwarzem Humor und berührend.

Tschingis Aitmatov, Dshamilja. Die Erzählung spielt am Rande der Steppe von Kirgisien. Der 15 jährige Siad erzählt die Geschichte seiner von ihm verehrten, jungen Schwägerin Dshamilja. Ihr ungeliebter Mann ist wie die meisten Männer des Dorfes im Krieg. Die Frauen müssen die harte Landarbeit am Rande der Steppe verrichten. Dshamilja ist eine tatkräftige, lebenslustige und schöne Frau. 

Nguyễn Phan Quế Mai, Der Gesang der Berge. Nachdem Huangs Eltern nicht aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt sind, wächst diese bei ihrer Großmutter auf. Während die beiden auf die Rückkehr ihrer Familienmitglieder hoffen, erzählt Diêu Lan ihrer Enkelin die Geschichte ihrer Familie. 

Howard Jacobson, Rendezvous und andere Altererscheinungen. Die Prinzessin und Shimi lernen einander bei der Beerdigung seines Bruders kennen. Sie sind zwei sehr eigentümliche Höchstbetagte mit äußerst unterschiedlichen Lebenserfahrungen und –auffassungen. Mit scharfem, aber liebevollem Blick, in funkelnden Dialogen und recht anspruchsvollen Reflektionen schildert der Autor die Lebensläufe der beiden und was aus dem Aufeinandertreffen zweier trotz Altersdefiziten so geistreichen Menschen wird.  

Tanja Weber, Betongold. Der Smokey, ein ehemaliger Münchner Kriminalkommissar, gebeugt durch Morbus Bechterew („den Russen auf seinem Rücken“) blickt zu Beginn des Romans in eine Baugrube auf die Leiches seines Freundes Schani, eines Immobilienmaklers mit zweifelhaften Praktiken. Was passiert ist, schildert die Autorin mit sehr viel Liebe für ihre Figuren, den Münchner Stadtteil Giesing, und mit viel Gefühl für die diversen Unglücke ihrer Protagonisten. 

Rainer Wekwerth, Ghostwalker. Das Buch handelt von einem 17 Jahre alten Jungen namens Jonas. Es spielt in der Zukunft, in der Jonas ein Bote im Internet ist, der Datenpakete sicher ans Ziel bringt. Dies ist aufgrund neuer Techniken zwar möglich, aber auch sehr gefährlich. Für Geld erledigt Jonas diese Botengänge für große Firmen. Eine weitere sehr wichtige Rolle spielt der Charakter Blue. Sie ist die beste Ghostwalkerin der Welt, doch sie verliert einen Teil ihres Gedächtnisses an ein virtuelles Schwert, das Jonas nach Golem City bringen soll.

Kathrin Schärer, da sein – was fühlst du? Vielleicht ist „da sein“ wieder so ein Bilderbuch, das vor allem uns Erwachsenen gefällt. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass es sich eignet um schon mit ganz kleinen Kindern ins Gespräch zu kommen. 

Ewald Arenz, Der große Sommer. Nicht besonders verheißungsvolle Sommerferien stehen Frieder bevor. Nach einem misslungenen Schuljahr darf  er nicht mit in den Familienurlaub sondern muss stattdessen bei seinem strengen Großvater auf die Nachprüfungen in Latein und Mathematik lernen. Doch dann lernt er Beate auf dem 7einhalber kennen, sie springen gemeinsam zum ersten Mal und verlieben sich. Zusammen mit ihr, seiner Schwester Alma und seinem komplizierten besten Freund Johann erlebt Frieder einen unvergesslichen Sommer voller großer Gefühle. 

Rachel Williams, Wunder der Natur. Kleine und doch großartige Momente aus dem Reich der Natur werden in diesem Bilderbuch in wunderschön illustrierten, kurzen Geschichten beschrieben. Bild für Bild sehen wir zum Beispiel wie ein Küken aus dem Ei schlüpft oder ein Marienkäfer zum Flug abhebt. Und auch einen Kirschbaum, an dessen Zweigen im Frühling Knospen wachsen, die sich Blüte für Blüte öffnen, bis sie schließlich der Wind fortweht und zu einem Blütenteppich ausrollt.