Katrin Schlote empfiehlt:

Johannes Laubmeier, Das Marterl. Einer der vielen „Autor-kehrt-aus-der-Ferne-in-die-Kleinstadt-seiner-Jugend-zurück“-Romane, aber meiner Meinung nach ein besonders gelungener.
Der Vater des Autors ist vor vielen Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen. Nach Jahren im Ausland kehrt dieser nun an den Ort des Geschehens zurück. Der Leser lernt seine Kindheit in diesem präzise beschriebenen Kleinstadtkosmos und die enge Beziehung zu seinem Vater kennen, der ein eher unkonventioneller Mensch war, und nichts dabei fand, wenn ihn sein Sohn am Bahnhof mit Taucherbrille, Regenmantel und Fangnetz als Tiefseeforscher empfing.
Heiter und melancholisch im Ton, mit leisem Humor, oft ironisch und nie psychologisierend stellt der Autor sich und uns die Frage, inwieweit wir nicht alle die Summe unserer Erinnerungen sind.
 


Bibliographie
Tipp
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Das Marterl
Johannes Laubmeier
Das Marterl
Roman
EAN: 978-3-608-50168-1
Die Erinnerung hat ihre eigenen Gesetze. Je länger etwas zurückliegt, desto stärker tritt es einem vor Augen. So geht es dem Erzähler mit seiner Kind­heit in der niederbayerischen Kleinstadt A., die abrupt endete, als sein Vater bei einem Unfall starb. Um neu beginnen zu können, muss er sich der Vergangenheit stellen, den Wundern und Schrecken, den Torheiten und der Verklärung. Das Marterl erzählt von den innersten Fragen unseres Daseins, einfühlsam, poetisch und mit feinem Humor. Nach Jahren der Abwesenheit fährt der Erzähler zurück in den Ort seiner Kindheit in Niederbayern. In der kleinen Stadt, die ihm erscheint, als wolle sie mit Folk­lore, Starkbierfesten und den Denkmälern bedeutsamer Männer die Zeit anhalten, versucht er, sich an seinen Vater zu erinnern. Und an den Verkehrsunfall, bei dem der Vater vor zehn Jahren starb. Doch ein Ort hat nie nur eine Gegenwart. Zwischen die Geschichte des Erzählers drängt sich das Leben eines Jungen. Die Angst vor einem Monster in einem Berg und ein fliegender Bär. Eine Liebe zur Blasmusik und die zu einer Frau. Kann die Erinnerung helfen, mit der Endlichkeit fertigzu­werden? Kann eine Heimkehr jemals gelingen oder muss sie vielleicht ein Mythos bleiben? So wie der Meeresforscher mit Taucherbrille und Regen­jacke an einem niederbayerischen Bahnhof.'Den Vater suchen, der doch längst nicht mehr lebt - eine Verrücktheit? Für Johannes Laubmeier eine notwendige Verwegenheit. Was im Leben nicht geht, gelingt ihm in der Literatur.' Wolfgang Büscher

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