Katrin Schlote empfiehlt:
Heinrich Steinfest, Der betrunkene Berg. Katharina betreibt den Buchladen „Bücherberg“ knapp unterhalb des Gipfels eines namenlosen österreichischen Berges. Es ist November, der Laden geschlossen, kein Tourist verirrt sich auf den Berg. Aber eines Tages findet sie auf einer Bergtour einen Mann, der leicht bekleidet im Schnee liegt, zum Sterben entschlossen. Er erinnert sich an nichts, auch nicht an seinen Namen, und die beiden bilden in der Einsamkeit eine Art Zweckgemeinschaft, in deren Verlauf der Fremde sich allmählich wieder erinnert.
Wie immer verbindet Steinfest auf gekonnte Weise Reales und Irreales. Die unwahrscheinlichsten Begebenheiten kommen einem total normal vor. Es geht unter anderem um Lawinen, Bergdohlen, Schuld, Verdrängung, die Kunst des gelungenen Bohnensalats, Schneeskulpturen, Boxen, – alles auf höchst unterhaltsame Art und Weise miteinander verschränkt.