Katrin Schlote-Korthals empfiehlt:
Julie Otsuka, So lange wir schwimmen. Ein Schwimmbad in Untergeschoss eines Wohnhauses. Mit wenigen Worten charakterisiert die Autorin die Schwimmenden sehr präzise. Unter ihnen ist auch Alice, deren beginnende Demenz im Schwimmbad, sobald sie im ihr vertrauten Wasser ist, keine Rolle mehr spielt. Das ändert sich, als das Schwimmbad wegen eines Risses im Boden geschlossen werden muss. Der Riss geht auch durch den Roman:
Alice muss jetzt ins Pflegeheim. Das Fortschreiten der Demenz an Hand der Aufzählung dessen, was Alice noch kann und weiß, und was nicht mehr, zu erzählen, ist eine sehr eindrückliche Methode.
Die fast satirische Beschreibung der Einrichtung und deren Regeln im Stil einer Werbebroschüre lässt die totale Entmündigung ihrer Bewohner umso deutlicher zu Tage treten. Die Tochter, die versucht, Erinnerungen festzuhalten, ist jetzt die Erzählstimme in diesem Roman, dessen Thema nicht neu, dessen Erzählstil aber ungewöhnlich und besonders ist.