Katrin Schlote-Korthals empfiehlt:
Doris Knecht, Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe. Die Ich-Erzählerin dieses Romans ist in der Situation, in die alle Eltern früher oder später kommen: Die Kinder ziehen aus. In ihrem Fall ist die Wohnung jetzt zu groß. Sie muss sich verkleinern. Das führt zu einer Bestandsaufnahme – nicht nur der angesammelten Gegenstände, sondern auch des bisherigen Lebens, in dem sie sich eher wie das schwarze Schaf der Familie gefühlt hat – und einem Blick in die Zukunft. Wie will sie jetzt leben.
Die Autorin schildert diesen Prozess in dem ihr eigenen trockenen, lässigen, oft ironischen Ton. Man kann sich darin wiederfinden. Am Ende blickt sie auf den „Horizont“, auf ihre Freundschaften, auf das Glück, das ihr ohne ihr Zutun zufiel, auf alles, was sie nicht mehr braucht und vergessen darf.