Sabira Iqbal empfiehlt:
Haben Sie mal ein Asylheim von innen gesehen? Oder mit einem Flüchtling persönlich gesprochen?
In seinem neuen Roman lässt Abbas Khider einen zu Wort kommen, über den zurzeit sehr viel geredet wird, der selbst aber sehr selten in Erscheinung tritt.
Zwar irrt Karim Mensy, Protagonist der „Ohrfeige“, mehrere Jahre durch verschiedene Wartezimmer Deutschlands, ge- und befangen zwischen Verzweiflung und Langeweile, zwischen Absurdität und Trostlosigkeit, - seine Wutrede hält er aber trotzdem auf Arabisch. Unser Glück, dass Khider ihn von seiner fremd- und/oder selbst-verschuldeten Sprachlosigkeit befreien kann…
Um bleiben zu dürfen, muss Karim eine neue Geschichte erfinden, und dabei sein eigenes Schicksal leugnen, - in der Fremde sich selbst fremd werden, was für eine unerträgliche Ironie!
Grotesk, komisch und tieftraurig zugleich. Eine lesenswerte Satire, die lange nachhallt.