Tanja Schreiber empfiehlt:
Natasha Pulley, Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit. London im Jahr 1900: Großbritannien hat die Napoleonischen Kriege verloren und wird nun von den Franzosen beherrscht. Die englische Sprache und der Lebensstil sind verpönt und die Engländer selbst werden als Menschen zweiter Klasse gesehen. In dieser Welt findet sich Joe Tournier wieder, als er zu sich kommt, sich aber außer an seinen Namen an nichts weiter erinnern kann. Die Welt kommt ihm völlig fremd und doch gleichzeitig sehr vertraut vor. Sein einziger Hinweis ist eine Postkarte mit einem Leuchtturm und der Nachricht “Komm wieder, wenn du dich erinnerst.“. Was hat es damit auf sich? Joe baut sich trotz aller Widrigkeiten ein neues Leben auf und als sich ihm die Möglichkeit bietet, macht er sich auf den Weg in den rauen Norden des Landes zu jenem Leuchtturm, der ihm hoffentlich hilft, all seine Fragen zu beantworten und herauszufinden, wer er wirklich ist.
Natasha Pulley wählt für ihren Zeitreiseroman ein historisches Setting, das allerdings nicht dem typischen historischen Roman entspricht, sondern sich mehr mit dem Gedankenexperiment „was wäre wenn“ befasst. Dabei ist es ihr gelungen, eine dichte, spannende und atmosphärische Geschichte mit vielschichtigen Charakteren zu erzählen.