Katrin Schlote-Korthals empfiehlt:
Nicola Kabel, Kleine Freiheit. Saskia, Richterin in Elternzeit lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in einem Dorf bei Hamburg. Sie sucht Geborgenheit in dieser Art von Familienleben. Gleichzeitig ist es eine Art von Rebellion gegen ihre Familiengeschichte. Sie wächst in WGs auf, die Mutter ist schon lange verschwunden und der Vater ein Alt-68iger, auch er Jurist, der bis jetzt gegen die Ungerechtigkeiten der Welt kämpft.
Als in ihrem Dorf ein Windpark errichtet werden soll, schließt sie sich einer Bürgerinitiative dagegen an; eigentlich eher aus dem Wunsch dazu gehören zu wollen, als aus politischer Überzeugung.
Ein älterer höflicher Herr findet Gefallen an ihr und ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten als Richterin, und beinahe gerät sie in die Fänger einer erzkonservativen Organisation.
Nicola Kabel erzählt aus der Perspektive Saskias und der ihres Vaters. Sie wertet dabei nicht, und die verschiedenen Lebensentwürfe spiegeln sich auch in den politischen Fragen unserer Zeit wieder: Umweltschutz, Energiewende, Flüchtende, Terror.